Todesfall

Was Christen tun können

Menschen haben Angst vor dem Tod. Oft ist es schwer auszuhalten, wenn wir sehen, wie es einem lieben Angehörigen immer schlechter geht. In einer solchen Situation können wir trotzdem viel für unsere sterbenden Angehörigen tun. Wir können ein Zeichen der Nähe geben, damit die Sterbenden nicht alleine sind. Das kann ein freundliches Wort oder eine Geste, wie z.B. Hand halten, sein. Wenn es gewünscht ist, kann ein Pfarrer einen Krankenbesuch machen oder das Hausabendmahl im Kreis der Familie feiern. Rufen Sie uns an. Wir kommen gerne.
Schwerkranke und Sterbende können auch durch den Amberger Hospizverein begleitet werden.

Todesbescheinigung

Bei einem Todesfall in der Wohnung rufen Sie einen Arzt. Er stellt den Tod fest und stellt eine Todesbescheinigung aus. Dazu brauchen Sie den Personalausweis oder Reisepass der verstorbenen Person. Zusätzlich brauchen Sie...
- wenn der Verstorbene ledig war, seine Geburtsurkunde oder das Stammbuch dessen Eltern
- und bei Verheirateten, Verwitweten oder Geschiedenen eine beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch oder Stammbuch bzw. der Eheurkunde. Eine solche Beglaubigung können Sie auch im Pfarramt anfertigen lassen. Bitte bringen Sie dazu die Originale mit.
- Bei Geschiedenen wird außerdem das Scheidungsurteil gebraucht.
- Bei Verwitweten die Sterbeurkunde des bereits verstorbenen Ehegatten.

Bestattungsinstitut

Dann verständigen Sie am besten ein Bestattungsinstitut Ihrer Wahl. Das hat Erfahrung in solch einer belastenden Situation. Es verständigt auch einen Pfarrer, mit dem der Termin der Bestattung festgelegt wird und danach Anzeigen in der Zeitung usw. aufgegeben werden.

Bestattungsmöglichkeiten

Sie haben die Wahl zwischen Erd- und Feuerbestattung. Bei Feuerbestattung brauchen Sie eine Willensbekundung des Verstorbenen oder durch nahe Angehörige und eine Bescheinigung der zuständigen Polizeibehörde, dass keine Bedenken (wie z.B. im Falle eines Verbrechens) vorliegen. Neben der Erdbestattung in Einzel- oder Familiengräbern können Urnenbestattungen in Familien-, Einzel- und Sammelgräbern stattfinden. Neuerdings besteht am Waldfriedhof auch die Möglichkeiten Urnen in sog. Steinstelen einzulassen.

Weitere Informationen erteilt die StadtSulzbach-Rosenberg (Friedhofsverwaltung) unter der Tel. 510159.

Trauerfeier

Überlegen Sie am besten schon zu Lebzeiten, wie die Trauerfeier gestaltet werden soll. Haben Sie Lieblingslieder, die gesungen werden sollen? Oder soll der Chor singen? Was waren wichtige Stationen in Ihrem Leben? Wer legt am Grab einen Kranz nieder?

Trauerfeiern finden am Waldfriedhof, am Friedhof Sulzbach oder am Friedhof Rosenberg nach Rücksprache mit den Pfarrämtern Mo - Fr in der Zeit ab 14 Uhr statt. Die vorherige Trauerfeier findet am Waldfriedhof und am Friedhof Sulzbach vor der Bestattung in den jeweiligen Kapellen statt, in Rosenberg in der Johanniskirche.

Was tun danach?

Wenn die notwendigen Behördengänge (Lebens- und Unfallversicherung, Beantragung der Hinterbliebenenrente) sind, fallen viele Trauernde wieder "wie in ein Loch". Sie sind verunsichert. Aber haben Sie Geduld. Wo Menschen lange miteinander gelebt haben, da ist es selbstverständlich, dass eine Trennung nicht ohne Schmerz verläuft und weh tut.

Ein Angebot der Evang. Kirche in Deutschland hilft vielleicht weiter: Trauernetz.

Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie Rat bei Ihren Seelsorgern suchen oder bei den Spezialisten in Trauerarbeit vom Amberger Hospizverein.

 

Trauerarbeit

Vielleicht hilft Ihnen aber auch ein kleiner Überblick über die Trauerarbeit, den U. Markert für Verantwortliche in Sportvereinen im Jahr 2002 zusammengestellt hat:

Ursachen von Trauer

Täglich begegnen uns Menschen, die traurig sind. Meist erzählen ihre Gesichter davon. Oft tragen sie dunkle Kleidung. Wir merken das relativ schnell und wir erinnern uns an unsere Gefühle von früheren Begegnungen mit Trauernden: „Was soll ich nur sagen? Mache ich etwas verkehrt, wenn ich frage: `Wie geht´s?´“. Reiße ich mit diesem oft so gedankenlos ausgesprochenen Satz alte Wunden wieder auf? Aber es gibt auch angenehme Erinnerungen. Dann, wenn Trauernde wieder in die Gemeinschaft zurückkehren. Trauer überfällt uns ja nicht nur beim Tod eines geliebten Menschen:
·  Ein Kind kann sehr traurig sein, wenn es sein Lieblingstier verloren hat.
·  Ein Jugendlicher aus der B-Jugend kann sehr traurig sein, wenn mit der/dem Freund/in „Schluss ist“.
·  Ein Erwachsener aus er Seniorenmannschaft kann schwer trauern, wenn die Ehe in die Brüche geht.
·  Eine Familie leidet, wenn sie einen Ort, an dem sie so gerne lebte, aus beruflichen Gründen verlassen musste.
So gibt es immer dann Grund zum Trauern, wenn ein Mensch etwas verliert, an dem sein Herz hängt. Ein Abgrund tut sich auf, über den keine Brücke zu führen scheint. Seelische Energie geht verloren, die ihren Bezug zu einem Menschen, einem Ort oder einem Gegenstand hat.

Verlauf der Trauer

Der Verlust eines Menschen wird oft wir eine Amputation erlebt, mit der man sich schwer abfinden kann. Es tut sehr weh, wenn man Abschied nehmen muss. Das will ich nicht leugnen. Weinen kann da helfen. Und es ist gut, wenn es Menschen gibt, die einem in dieser ungewohnten Situation nicht aus dem Weg gehen, weil ihnen dieses Verhalten unangenehm ist. Unsicherheit entsteht aus Unkenntnis. Darum sind im Folgenden einige Beobachtungen
dargestellt, die im Umgang mit Trauernden Sicherheit geben sollen. Jede und jeder verarbeitet einen großen Verlust anders. Aber es gibt Merkmale, Gefühle oder Gedanken, die mehr oder weniger ausgeprägt die meisten Menschen durchleben müssen, die trauern. Darum soll die Beschreibung der Trauerphasen keine Checkliste sein, die ein bestimmtes Trauerverhalten erwartet oder deutet. Die einzelnen Phasen greifen oft ineinander, wechseln sich ab. Es gibt keinen „normalen“ Verlauf. Aber jeder muss da hindurch. Der Prozess der Dauer darf nicht behindert werden, denn er soll zu einen neuen Anfang des Lebens führen.

Der Schock: Der Tod bricht manchmal unvorbereitet in unser Leben in. Das Telefon läutet: „Kommen Sie bitte ins Krankenhaus, Ihr Mann ist verunglückt!“ Oder zwei Polizisten stehen vor der Tür und schauen ernst. Oder ein Arzt kommt aus der Tür des Operationssaales und geht mit versteinerter Miene auf die Angehörigen zu. Auch nach langer Krankheit wirkt diese Nachricht wie ein Schock: „Wir konnten leider nichts mehr für ihn tun!“. Mancher fühlt sich in dieser Situation wie gewürgt oder gelähmt. Ein Kloß steckt im Hals. Andere schreien oder weinen heraus. Wieder andere schweigen, stehen wie erstarrt.
„Das darf doch nicht wahr sein!“ Der Verlust ist zu hart. Viele leugnen ihn darum lange Zeit, nicht nur in der Phase des Schocks. Man kann es nicht fassen. Es übersteigt die eigene Erlebnisfähigkeit. Bei Kindern ist das sehr oft der Tod einer nahen Bezugsperson. Stirbt die Mutter, wird das in diesem Moment als Existenzbedrohung empfunden. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus: Für ein in den Grundbedürfnissen verunsichertes Kind ist z.B. die scheinbar gefühl- und herzlose erste Frage: „Wer sorgt jetzt für mich?“ völlig normal. Auch Erwachsene reagieren oft scheinbar „gefasst“, weil der Schock sie gelähmt hat und sie keine Gefühle mehr äußern können. Der Schlag hat getroffen, aber man spürt ihn noch nicht.

Die kontrollierte Phase: Der Schock ist die erste Phase der Trauer. Danach folgt eine Zwischenphase, die kontrollierte. Der Trauernde wird abgelenkt. Vieles muss bedacht werden. Wer wird zur Beerdigung eingeladen, wo und wie findet die Trauerfeier statt? Wer hält den Nachruf am Grab? Wer legt den Kranz nieder? Wie ausführlich wird das Leben der Verstorbenen gewürdigt? Dann die Beerdigung. Eine Gemeinschaft, die verbindet. Der Tod ist das Bindeglied. Alle tragen das Leid mit. Singen Lieder, hören auf den Pfarrer, begleiten den Sarg, werfen Blumen oder Erde in das offene Grab. Anschließend bleiben alle noch bei Kaffee und Kuchen zusammen. Manche Trauernde erleben diese Phase wie ein „Schauspiel“, dem sie unbeteiligt zuschauen. Sie wissen manchmal nicht, ob sie noch zu den Lebenden oder schon zu den Toten gehören. Alles scheint unwirklich, weil für die Trauernden die Welt zusammengebrochen ist. Manche erleben diese Phase wie im Traum. Alles ist gedämpft und in weiter Entfernung. Der Beerdigung und der Trauerfeier folgen sie mit großer Gleichgültigkeit.
Trotzdem ist diese Gemeinschaft der Trauerfeier heilsam und klärend. Wo sie fehlt, bei vermissten Personen, deren Wiederkehr erwartet wird, oder bei Scheidungen, wo es noch keine angemessene Form des  Auseinandergehens gibt, außer der meist schmerzhaften Begegnung vor Gericht, wird Trauerarbeit behindert. Denn Trauer gibt es ja nicht nur bei Todesfällen. In der kontrollierten Phase erleben Menschen, wie sich durch den Verlust ihr Leben verändert hat: Die Ehefrau wird zur Witwe, das Kind zum Waise, der Sohn wird der Älteste der Familie, der Verheiratete zum Ledigen, Eltern zu einem kinderlosen Paar. Die Betroffenen erhalten einen neuen gesellschaftlichen Status. Solche Statusübergänge werden in Gesellschaften von sog. Riten, wie Taufe, Trauung und Beerdigung begleitet. Leider gibt es in unserer Gesellschaft neben vielen Riten zu „positiven“ Statusübergängen (Taufe zur Geburt, Konfirmation/Kommunion zum Erwachsenwerden, Hochzeit zur Partnersuche etc.) eigentlich nur einen Ritus zum „negativen“ Statusübergang, nämlich die Beerdigung. Man darf die Bedeutung solcher „Feiern“ nicht unterschätzen. Sie helfen den Betroffenen, sich in ihrem Status besser hineinzufinden. Am Beispiel der Beerdigung wird deutlich gemacht, was Trauernde oft nicht wahrhaben wollen:
Ein Mensch ist tot. Er liegt im Sarg, der Deckel ist zu, der Sarg wird eingegraben, bzw. bei einer Einäscherungsfeier versenkt. Aus – vorbei! Das klingt brutal aber ist absolut wichtig zur Heilung. Unendlich werden die Qualen für die Angehörigen der Opfer des Anschlages auf das World Trade Center werden, die nie mehr gefunden oder identifiziert werden. Die Gentechnik wird in diesem Moment zum Segen für Angehörige, wenn auch nur eine kleine Gewebeprobe zur Identifikation helfen kann, die Gewissheit bringt und anschließend beerdigt werden kann: Er/sie ist tot!
Die Gewissheit ist am Anfang des Trauerprozesses zwar brutal, aber erlösend. Für den Anfang der Trauerarbeit ist sie unerlässlich, gerade so, wie Abgase in einem Auto durch die Hilfe eines Katalysators angeregt werden, sich zu unschädlicheren Gasen umzuwandeln. Ohne Gewissheit über den Tod gibt es in der Trauerarbeit nur einen sehr schweren Einstieg zur Ablösung vom Verstorbenen. Die Beerdigung nimmt in kurzer Zeit der Trauerfeier symbolisch das vorweg, was dann in monate- oft jahrelanger Arbeit von den Hinterbliebenen geleistet werden muss: Ablösung vom Verstorbenen. Das zu wissen, ist sehr wichtig, weil Begegnungen mit Trauernden auf Beerdigungen oft viel Mut verlangen. Aber: Es lohnt sich!

Die Heilung: Die Wissenschaft nennt diese Phase die Regression. Nach der kontrollierten Phase, in der den Trauernden vielerlei Hilfe von außen zukamen, sind sie nun mehr oder weniger allein gelassen. Die nächsten Verwandten sind wieder abgereist. Die Nachbarn und Kollegen gehen wieder auf die gewohnte Distanz. Das Leben geht äußerlich weiter. Der Trauernde ist allein gelassen. Sein eigenes Verhalten fördert dies. Er will nicht ständig auf den Verlust angesprochen werden. Die Leistung, die in den ersten Wochen vollbracht werden muss, ist die schwerste. Wir sprechen daher von Trauerarbeit. Der Hinterbliebene muss sein Leben neu ordnen, damit er nicht in den Tod mitgezogen wird. Bei älteren Menschen sprechen wir oft vom „Nachsterben“. Das ist schwer, denn die Psychologie hat festgestellt und wir spüren es am eigenen Leib und Herzen, dass wir Menschen anderen Personen unsere „Liebesenergie“ (Sigmund Freud spricht hier von „Libido“) nur in langen Prozessen zuwenden können. Haben wir uns verliebt, tut es schon weh, wenn der andere nicht mehr da ist. Haben wir uns an eine gute Zusammenarbeit im Verein (auch das ist „Liebesenergie“) gewöhnt und passen wir zusammen, denken wir gerne zurück und machen es den Neuen, den Nachfolgern, oft unbewusst schwer, weil auch wir erst loslassen müssen: Früher war alles anders!
Der Trauernde braucht sehr viel Energie. Er möchte vom Gefühl her am Toten festhalten, doch weiß er vom Verstand, dass das nicht geht. Er meint, dass vieles, was er für den Toten geleistet hat und was er von ihm zurückbekam, jetzt, im Licht des Todes „umsonst“ war. Der Verlust von Anerkennung und Achtung durch den Verstorbenen lässt die Trauernden sich selbst oft als wertlos erscheinen. Sinnlosigkeit und Lebensmüdigkeit greift am Anfang dieser Phase um sich (auch oft bei Scheidungen). Trauernde erliegen hier leicht der Gefahr, die Verstorbenen zu idealisieren. Das Gute, Schöne und Liebenswerte wird überhöht. Negative Erfahrungen, die es schließlich mit jedem Menschen gibt, werden geleugnet. Jede, auch noch so liebevoll gemeinte Kritik wird energisch abgelehnt und macht einen zum Ziel von manchmal heftigen Aggressionen. Seien Sie in diesem Fall großzügig! Sie wissen jetzt, in welchem gefühlsmäßigen Chaos sich Trauernde jetzt befinden. Er möchte sich dem Toten zuwenden, aber das geht nicht. Das macht Angst, die in die Tiefe zieht. Er möchte sich am Leben hochziehen, aber woran kann er das? Wie ein Ertrinkender hält er sich über Wasser. Manche manchen in dieser Situation jetzt Mut zum Nichttrauern. Sie sagen: „Du brauchst nicht zu weinen!“ oder: „Hans hat es gut. Er braucht jetzt nicht mehr zu leiden!“ Solche Worte sind zwar gutgemeint und richtig, aber verfehlen das Ziel. Denn das Gefühl zu Ertrinken und in die Tiefe zu sinken sitzt tief und findet seinen Ausdruck in Tränen. Mit wenigen Sätzen lässt es sich nicht überwinden. In den ersten Wochen nach dem Verlust sind Trauernde wie Kranke: Schwach, apathisch, verletzlich, reizbar, aggressiv. Arbeit will nicht gelingen. Entscheidungen ziehen sich hin.
In dieser Zeit ist es gut, wenn „Alltagsgeschäfte“ ruhen können, Zeit ist vielleicht für einen kleinen Urlaub in Begleitung eines nahestehenden Menschen, der unaufdringlich begleitet und unendlich viel Geduld hat. Von wesentlichen Entscheidungen, wie Wiederverheiratung, Wohnungs- oder Berufswechsel ist in dieser Zeit abzuraten.

Dann spüren Trauernde auf einmal, dass Wunden heilen. Aus Fehlern wird gelernt. Ärgerlichen Reaktion werden bereut. Hoffnung keimt auf. Alleinsein wird nicht mehr als Bedrohung empfunden, sondern als Möglichkeit zur Neuorientierung. Fragen entstehen wieder: Ist der Besuch einer Sportgruppe oder Skigymnastik jetzt für mich vielleicht das Richtige?
Dann kommt es vor, dass Trauernde wieder schwach werden! Unangenehme Gefühle treten wieder auf. Zweifel entstehen. War der damals geheiratete Partner überhaupt der/die Richtige? Hat der Arzt durch Pfusch den
Tod mitverschuldet? Wie viel kostbare gemeinsame Lebenszeit hat mir der Sportverein durch die Mitarbeit gestohlen? Wie oft war mir die Pflege der Mutter zu viel? Ärger entsteht, weil das Bild des Verstorbenen verblasst. Die Erinnerung lässt nach. Das entlastet manchmal, macht aber oft Angst. Auch uns geht es so. Im Kleinen machen wir ähnliche Gefühle durch. Wir merken: Der Vereinsbetrieb geht auch ohne den Verstorbenen weiter. Manchmal sogar anders, manchmal sogar besser. Wir erwischen uns, dass wir lange Zeit gar nicht mehr an den Verstorbenen denken. Wir bekommen ein schlechtes Gewissen. Tipp: Vermeiden Sie bei der Trauerfeier Versprechungen, wie: "Wir werden ewig an dich denken!" Sie laden sich durch solch ein Versprechen eine unnötige Last auf, die sie nicht halten können! 

Die Annahme des Verlustes: Mal früher, mal später findet das gefühlsmäßige Chaos ein Ende. Nach einer gewissen Zeit werden Entscheidungen zum Leben getroffen. Früher setzt diese Phase ein, die in der Wissenschaft Adaption genannt wird, wenn der Trauerprozess schon frühzeitig begonnen wurde. Wenn von dem Sterbenden noch Abschied genommen werden konnte, wenn Dank ausgesprochen werden konnte und wenn einander Fehler vergeben wurden. Bei Unfällen ist dies nicht möglich. So wird der Eintritt in diese Phase meist längere Zeit in Anspruch nehmen. Äußere Zeichen der Annahme gibt es viele: Schränke werden ausgeräumt. Von Dokumenten, die vielleicht beim Verein besser aufgehoben sind, wird sich getrennt und sie werden den Verantwortlichen übergeben. Der Schreibtisch wird damit frei für die Hinterbliebenen. Das Schlafzimmer wird umgestaltet. Früher abgelehnte Hilfe wird jetzt bereitwillig angenommen. Halten Sie durch!
Wo sie früher vielleicht in Ihrer Hilfsbereitschaft beleidigt wurden, werden Sie jetzt gebraucht, haben Sie es jetzt leichter. Auch in Vereinsbelangen. Jetzt können Sie Dinge anpacken, die bisher nicht angerührt werden durften, seien es Möbel, Probleme oder nur der Waschdienst für Trikots, den die Trauernden bisher vor jedem Zugriff schützten. Trauernde erkennen an, wen sie verloren haben. Erinnerungen bereichern jetzt das Leben der Hinterbliebenen. Das konkrete Bild des Verstorbenen in der Erinnerung verblasst auch bei uns und macht einem guten Gefühl Platz.

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