Rosenberg
Ein Stadtteil von Sulzbach-Rosenberg

Unsere Gemeinde liegt im östlichen Teil der Stadt Sulzbach-Rosenberg, im Landkreis Amberg-Sulzbach, im Regierungsbezirk Oberpfalz. Nähere Informationen entnehmen sie bitte die Website der Stadt Sulzbach-Rosenberg. Die Internetseite Erzweg.de hält interessante Informationen zu unserer langen Bergbau-Geschichte bereit.

Wir sind eine große Pfarrei (ein Zusammenschluss von zwei Kirchengemeinden) zu der St. Johannis, Rosenberg und St. Michael, Poppenricht, gehören. In der Kirchengemeinde in Rosenberg leben ca. 2.400 evangelische Christen in der Stadt und einigen Ortschaften drum herum, z.B. Prohof, Stifterslohe, Unterschwaig. In Poppenricht leben ca. 660 Evangelische. 

Unser Stadtbild ist von der Silhouette der Maxhütte geprägt. Im Zeitalter der Industrialisierung brachte sie ab 1853 Rosenberg Arbeit und Wohlstand und ab 1859 die Eisenbahn von Nürnberg nach Regensburg, die heute eine sehr gute Verbindung in beide Metropolen bietet. 1934 schlossen die Nazis unseren Ort mit der benachbarten Stadt Sulzbach zusammen. Ende 70er Jahre des letzten Jahrhunderts waren die Auswirkungen der Stahlkrise in Europa hier schon zu spüren. Der erste Konkurs 1987 kostet 1.000 von ehemals über 9.000 Arbeitern die Stelle. Der zweite Konkurs führte 2002 zur endgültigen Schließung. Das "Rohrwerk Maxhütte" wurde rechtzeitig ausgegliedert, ist ein beliebter Arbeitgeber in der Region und arbeitet profitabel.

Geblieben sind die Werksanlagen, als bedeutendes Industriedenkmal der Eisen- und Stahlindustrie in Deutschland, das seinesgleichen sucht und ein Schlackenberg, der zum Biotop umgebaut wurde. Beides prägt unser Ortsbild.

Hier ein paar Daten zur Geschichte Rosenbergs, des Stadtteils der ehemaligen Maxhütte.

  • Erstmalige Erwähnung Rosenbergs als Reichslehen der Grafen von Sulzbach in einer Urkunde vom 6. Mai 1253
  • Sitz eines herzoglichen Unteramtes war die Rosenburg, die allerdings noch vor dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) verfallen war
  • Entstehung des Rosenberger Hammers um 1300 (Bergbau und Verhüttung)
  • Neue Blüte des Hammers im 18. Jahrhundert unter dem Namen Phillipsburg
  • 1863 Ansiedlung der Maximilianshütte; Rosenberg wurde zu einer Industriegemeinde
  • 1934 Zusammenschluss der Gemeinde mit der Stadt Sulzbach zur Stadt Sulzbach-Rosenberg
  • 1987, 1998 Erster und zweiter Konkurs der Maxhütte
  • 2002 Stilllegung der Maxhütte

 

Unsere Gemeinde in Zahlen

Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden die "Auswärtigen" nicht der jeweiligen Kirchengemeinde zugeordnet.

Hierbei handelt es sich sowohl um Auswärtige, deren Amtshandlung in unserer Pfarrei stattfand, als auch um Gemeindeglieder, deren Amtshandlung in einer anderen Gemeinde stattfand.

Taufen

  Rosenberg Poppenricht Auswärtige
1967 35 7  
1968 33 6  
1969 34 7  
1970 31 1  
1971 23 4  
1972 21 6  
1973 16 1  
1974 30 7  
1975 19 4  
1976 20 2  
1977 16 3  
1978 16 1  
1979 20 2  
1980 20 11  
1981 32 1  
1982 20 5  
1983 10 8  
1984 32 3  
1985 29 3  
1986 31 6  
1987 17 6  
1988 27 10  
1989 38 10  
1990 33 5  
1991 29 8  
1992 34 7  
1993 39 1  
1994 42 10  
1995 33 10  
1996 42 6  
1997 29 13  
1998 31 3  
1999 32 6  
2000   3  
2001 26 6  
2002   4  
2003 31 4  
...      
2011 32 12 6
2012 33 10 8
2013 21 7 8
2014 21 5 7
2015 18 6 16
2016 21 13 13
2017      

Trauungen

  Rosenberg Poppenricht Auswärtige
       
1967 13 2  
1968 12 1  
1969 14 -  
1970 6 3  
1971 11 11  
1972 16 9  
1973 10 3  
1974 15 1  
1975 14 2  
1976 19 2  
1977 15 2  
1978 13 2  
1979 8 3  
1980 18 3  
1981 14 4  
1982 15 1  
1983 11 2  
1984 15 2  
1985 11 1  
1986 12 2  
1987 6 4  
1988 13 2  
1989 14 2  
1990 17 3  
1991 8 -  
1992 14 2  
1993 15 4  
1994 7 2  
1995 2 2  
1996 13 -  
1997 8 4  
1998 5 -  
1999 5 1  
2000      
2001 8 2  
2002      
2003 3 1  
...      
2011 6 4 5
2012 8 4 5
2013 2 1 4
2014 7 3  
2015 9 3 4
2016 3 1 6
       

Beerdigungen

  Rosenberg Poppenricht Auswärtige
1967 21 -  
1968 27 3  
1969 38 5  
1970 30 5  
1971 32 3  
1972 25 5  
1973 31 3  
1974 28 1  
1975 34 3  
1976 33 4  
1977 27 2  
1978 42 5  
1979 32 3  
1980 31 5  
1981 39 4  
1982 31 2  
1983 31 1  
1984 36 5  
1985 30 2  
1986 26 5  
1987 23 3  
1988 34 2  
1989 25 3  
1990 28 7  
1991 24 2  
1992 35 3  
1993 38 3  
1994 36 2  
1995 41 2  
1996 18 7  
1997 23 7  
1998 30 1  
1999 33 5  
2000      
2001 36 4  
2002      
2003 30 6  
...      
2011 39 2 3
2012 25   4
2013 24 2 5
2014 29 8 2
2015 28 3 5
2016 29 3 5
2017      

Konfirmanden

  Rosenberg Poppenricht Auswärtige
2011 26 3 1
2012 28 7 3
2013 23 4  
2014 15 8  
2015 22 14 9
2016 19 2 2
2017      

Eintritte

  Rosenberg Poppenricht
1967 1
1968 4
1969 1
1970 3
1971 1
1972 4
1973 2
1974 1
1975 1
1976 5
1977 11
1978 4
1979 5
1980 6
1981 3
1982 2
1983 2
1984 3
1985 2
1986 -
1987 1
1988 3
1989 2
1990 2
1991 5
1992 10
1993 3
1994 16
1995 9
1996 3
1997 3
1998 3
1999 3
2000  
2001 3
2002  
2003 2
...  
2011 6  
2012 2  
2013 2 1
2014 2  
2015 - 2
2016 1 -
2017    

Austritte

  Rosenberg Poppenricht
1967 4
1968 -
1969 -
1970 -
1971 2
1972 -
1973 -
1974 -
1975 1
1976 2
1977 1
1978 -
1979 3
1980 2
1981 5
1982 3
1983 1
1984 4
1985 -
1986 2
1987 4
1988 3
1989 1
1990  
1991  
1992  
1993  
1994 3
1995 9
1996 5
1997 6
1998 8
1999 6
2000  
2001 9
2002  
2003 10
...  
2011 4 2
2012 3 1
2013 17 2
2014 16 4
2015 14 5
2016 10 5
     

Abendmahlsgäste

  Rosenberg Poppenricht
2007 632 120
2008 500 291
2009 756 234
2010 539 333
2011 577 205
2012 575 284
2013 577 248
2014 451 259
2015 542 220
2016 757 338
     

 

Irmtraut Maderer hat über die Geschichte unsere Pfarrei Material zusammengetragen und in den Gemeindebriefen ab der Nr. 1/2012 veröffentlicht:

Wenn unsere Kirche erzählen könnte...

Die älteste urkundliche Erwähnung unseres Gotteshauses findet sich im Testament des Sulzbacher Bürgers Gilg Teuferl, welche besagt, dass jener Bürger am 17. Januar 1459 „Sand Johannis gein Rosenberg fünff Gulden“ vermachte (unter anderem). Sonst fließen die Quellen sehr spärlich. das einschiffige und recht schlicht gehaltene, von einem Friedhof umgebene Kirchlein im südöstlichen Schatten des Burgstalls bildete den geistlichen Kernpunkt einer Filialgemeinde der Pfarrei Ammerthals. Das gotische Gepräge von Turm und Chor lässt einen Kirchenbau spätestens im 15. Jahrhundert annehmen. Erfüllt wurden die seelsorgerischen Funktionen in Rosenberg zu dieser Zeit (1542/43) von dem Ammerthaler Pfarrherrn dem Benefiziat von Siebeneichen oder einem Meßdiener aus Sulzbach. Rosenberg selbst hatte noch keinen eigenen Priester. Aus der Zeit aus 1518 haben sich noch Kirchenrechnungen (übrigens die ältesten unseres Stadtgebietes Sulzbach-Rosenberg) erhalten. 1518 wurde vermerkt: "Item das Gotteshaus zu Sultzbach gibt sant Johannis zu Rosenberg alle Jar 50d., nemblich uf ‚Walpurgestag, für Opfferwein." Hieraus lässt sich ein Bezug zur Sulzbacher Kirche herstellen, trotz der hauptsächlichen Bindung zu Ammerthal.

Rosenberg – Siebeneichen - Sulzbach - Ammerthal

Rosenberg hatte kein eigenständiges Benefizium mit einem eigenen Pfarrer, die Existenz eines eigenen Friedhofes sprach aber doch für eine gewisse Eigenständigkeit. Verantwortlich für Rosenberg war allerdings Ammerthal, das lässt sich aus Rechnungstiteln aus dem Jahr 1519 erkennen: hier wurden die Namen "Johann Hauer Ammerthaler Pfarrvikar, Lienhardt Sueß, Hannß Hager, Lutz Romer alle drei Zechpröpste" (Kirchenpfleger) genannt. Nach einer Wahl von "einer ganzen Gemain".
Üblich waren auch Vermächtnisse, die der Kirche auftrugen Gedächtnismessen zu halten, wie z. B. 1520 als "Hannß Baier, der Pfleger auf dem Schloß ist gewest, eine Kuh an die Kirche gab, daß man sein und seiner Frauen 21 Jar soll gedenckhen alle Sonntag! Ist die Kue gestorben soll dennoch die Gedechtnis gehalten werden."
Die laufenden Ausgaben des hauptsächlich liturgischen Betriebes für Oblaten, Speisewein, Weihrauch, Wachs und Öl, Botenlöhne, Handlangerarbeiten, das Waschen der kirchlichen Tücher wurden meistens vom Schlosser, dem Wirt, dem Decker und anderen Rosenberger Bürgern entrichtet.
Zu dieser Zeit geistlich Tätige waren "Her Friederich zu Sybenaychen, Her Jakob und Her Rabenstayner- beide hatten entweder gleichzeitig oder nacheinander Priesterstellen in Sulzbach oder Siebeneichen inne.
Auch Sulzbacher Geistliche hielten in Rosenberg Gottesdienste (Georg Hammer, Kaplan des St. Magnus Benefiziums in Sulzbach). Mittel für diese Andachten (Öl für das ewige Licht usw.) wurden von Sulzbacher Bürgern  gestellt, was wieder auf eine enge Beziehung zwischen Rosenberg und Sulzbach hinweist. Dennoch war Rosenberg immer noch eine Filialgemeinde von Ammerthal.
So waren die Abläufe und Regeln in der Zeit bis 1542 als die Reformation auch in unserer Gegend Fuß fasste.

Wie ging es weiter --- nach der Reformation?

In Rosenberg waren sehr unruhige Zeiten mit der Reformation angebrochen. Nachdem Ottheinrich der Erste in seinem Land die Reformation angeordnet hatte, verlangte der Rosenberger Pfleger Sebastian Erlbeck sofort nach einem eigenen Seelsorger für die kleine Dorfgemeinde. Diesem Wunsch wurde offenbar noch 1543 entsprochen, gegen den Willen des altgläubig gebliebenen Ammerthaler Pfarrherrn, wies er einen Geistlichen – Hans Starkgraf – für St. Johannis an. 1555 wurde der nämlich schon bei seiner Verordnung zum Kaplan von Kirchensittenbach als Pfarrer zu Rosenberg bezeichnet. Die Folgen der Reformation ließen nicht lange auf sich warten. Die Pfalz-Neuburger Regierung schon längere Zeit an finanziellen Engpässen leidend, ließ in allen Kirchen des Landes Kultgegenstände konfiszieren, so auch in Rosenberg. Als 1555(?) Hans Starkgraf abgezogen wurde, versorgte Ammerthal die Gemeinde aufs Neue.
Jetzt aber durch einen protestantischen Kaplan, verpflichtet zu drei wöchentlichen Gottesdiensten in Rosenberg. Die ab dieser Zeit für Rosenberg zuständigen Kapläne, lebten nun auch in Rosenberg, in einer Mietwohnung.
Durch die angespannte finanzielle Lage, ging auch die Reparatur von Bauschäden an der Kirche nur schleppend voran. 1582 residiert Ottheinrich der Zweite in Sulzbach und trieb die endgültige Trennung Rosenbergs von Ammerthal voran, dies geschah um den Einfluss des benachbarten kurpfälzischen Landesherrn auszuschalten. Immer wieder auftretende Auseinandersetzungen zwischen den Geistlichen von Ammerthal und Rosenberg verzögerte die Trennung der Gemeinden. 1587 war die Neuerung von Ottheinrich II mit einem entsprechenden Einkommen für die Gemeinde Rosenberg endgültig besiegelt.
Rosenberg war nun eine eigene Pfarrei.